Forschungsprojekte
Dekonstruktionen zum Thema Crystal
Dekonstruktionen zum Thema Crystal

(gerade in Arbeit)

 

Das Thema

In dieser Forschungsarbeit soll es darum gehen, sich den Themen Drogenkonsum und Drogenhilfesystem über Problemstellungen rund um den Crystal-Konsum zu nähern: Ausgangpunkt sind die bisherigen empirischen und praktischen Erfahrungen, die durch eigene Arbeiten entstanden sind. Schlüsselfrage ist, warum Crystal-KonsumentInnen bis heute nicht im niedrigschwelligen Hilfesystem ankommen, aber regelmäßig dadurch auffallen, dass sie im stationären Bereich mit hochkomplizierten und schwer zu behandelnden Problemlagen viel zu spät Hilfe suchen.

 

Was wird gemacht

Zentrale Methode der Arbeit wird die Auseinandersetzung mit  bisher vorliegenden sozialen (u. a. medialen, diskursiven, drogenpolitischen) Konstruktionen zur Substanz Methamphetamin und zu Crystal-KonsumentInnen über eine Diskursanalyse sein, ergänzt durch Besuche und Debatten in Einrichtungen, die sich auf Hilfe und Unterstützung für Crystal-KonsumentInnen spezialisiert haben. Zu fragen ist, welche Facetten popularisierter Bilder unmittelbar darauf Einfluss nehmen, dass selbst bei Hilfebedarf keine professionelle Hilfe gesucht wird.

 

Es geht um einen "cultural shift“.

 

Im Kern geht es darum aufzudecken, wie aus einem hilfreichen Medikament ein soziales Stigma wurde und wird. Das zu erschließen, geht natürlich nicht nur über Medienanalyse, aber auch. In den Blick zu nehmen ist all das, was geistige Hervorbringungen sind: Musik, Sprache, Bilder, Moral, Recht u. ä.  Diese Bezüge sollen gewendet werden, um zu verstehen, wie es zu diesen diametralen Veränderungen im Verständnis der nun „Monster-Droge Crystal“ gekommen ist/kommen konnte. Das Ergebnis soll eine Analyse sein, die die symbolische Aufladung dieser Substanz mit bestimmten Botschaften nachzeichnet, die dahinter stehenden Interessenstrukturen aufdeckt und Effekte dieser kulturellen Entwicklung für die Betroffenen kenntlich macht. 

Idealerweise soll herausgearbeitet werden, welche sozialen Konstruktionen falsch und erheblich stigmatisieren sind, wie der Hilfebedarf beispielsweise in Bezug auf Ansätze einer Konsumbegleitung konkret aussieht und mit welchen Methoden diesem entsprochen werden kann.